Home / Allgemein / Bayern-Info 2019/1 online – Die wundersame Brotvermehrung

Bayern-Info 2019/1 online – Die wundersame Brotvermehrung

Steigende Einnahmen trotz Mitgliederschwund bei den Kirchen:

Die wundersame Brotvermehrung

In der christlichen Mythologie wird dem antiken Wanderprediger Jesus zugeschrieben, er habe bei einer Massenveranstaltung am See Genezareth durch eine wundersame Vermehrung von fünf Broten und drei Fischen 5000 Menschen (die Evangelisten schrieben von Männern) verpflegt und satt bekommen.

Die deutschen Staatskirchen brauchen für die Vermehrung ihrer Einkünfte keine Wunder. Trotz erheblichen Mitgliederschwundes steigen Ihre Einnahmen durch die Kirchensteuer. Dabei profitieren sie auch durch die Lohn- und Gehaltserhöhungen der Arbeiter und Angestellten, die diese durch harte Auseinandersetzung mit Unternehmerverbänden und durch Arbeitskämpfe erstreiten müssen. Die beiden Kirchen verweigern dabei hartnäckig ihren Beschäftigten die Anerkennung der durch deren Gewerkschaft ausgehandelten Tarifverträge.

Nach eigenen Angaben gehörten Ende 2017 rund 21,5 Mio. Menschen einer der 20 Gliedkirchen der EKD an. Dies entspricht einem Rückgang von insgesamt 390.000 Mitgliedern (1,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Derweil stieg das Kirchensteueraufkommen 2017 auf 5,67 Milliarden Euro (VJ: 5,15 Mrd. Euro). Die Katholische Kirche steigerte ihre Einnahmen durch Kirchensteuer 2017 auf 6,43 Mrd. Euro (VJ: 6,15 Mrd. Euro). 2004 lagen die Einnahmen noch bei 3,7 Mrd. Euro (ev.) und 4,0 Mrd. Euro (kath.).

Aber auch die Steuerzahler, die keiner der beiden Amtskirchen angehören, finanzieren diese in beträchtlichem Umfange mit. So zahlen die Bundesländer zum Beispiel die Gehälter und Pensionen des Führungspersonals beider Kirchen.
Die Alimentierung der Bischöfe wird zwischen den Diözesen und einzelnen Bundesländern vertraglich geregelt. Richtlinie dabei bildet das Bundesbesoldungsgesetz. Bischöfe werden nach den Besoldungsstufen B7 bis B10 bezahlt. Bei B7 beläuft sich das Gehalt auf rund 9.000 Euro und ein Bischof der nach der Besoldungsstufe B10 bezahlt wird, verdient etwa 12.000 Euro im Monat. Häufig werden den Bischöfen zusätzlich Dienstfahrzeug inklusive Chauffeur und eine mietfreie Wohnung von den Ländern finanziert.

Lehrstühle an den Hochschulen, Religionslehrer, Sakralgebäude, andere Immobilien und vieles mehr werden durch Steuerzahler, die keiner der beiden Konfessionen angehörigen, mitfinanziert.

Der deutsche Freidenkerverband fordert:
• die Trennung von Staat und Kirche
• die Trennung von Schule und Religion
• die Abschaffung der Zwangsabgabe Kirchensteuer und deren Vereinnahmung durch die Finanzämter
• die Einstellung der Finanzierung von Priesterausbildung und von Religionslehrern
• die Abschaffung des Konfessionsunterrichtes in den Schulen

Zum Thema empfehlen wir dazu auch folgenden Artikel.

Top