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Nürnberg, Internationaler Frauentag „Ein Weib, ein Wort“

Über hundert Frauen und etliche Männer folgten am 8. März der Einladung des Nürnberger Freidenkerverbandes und der Villa Leon zur Matinee mit der  Historikerin Nadja Bennewitz. Unter dem Titel „Ein Weib, ein Wort“  stellte sie Frauen vor, aus der Antike bis ins 20. Jahrhundert, die sich mit Wortgewalt  –  spätestens ab der französischen Revolution  – für die Rechte der Frauen einsetzten.

42 v. Chr. hielt Hortensia im antiken Rom eine beachtete Rede gegen eine geplante Sondersteuer für Frauen.  Ein erstes Beispiel, das Nadja Bennewitz in ihrem Vortrag heranzog, um zu beweisen, dass die Geschichte Frauen hervorbrachte, die mit ihrer Redekunst den Männern in Nichts nachstanden, sich dabei aber ständig  gegen die Ignoranz und gegen die Machtansprüche der Männer durchsetzen mussten.

So z.B. auch die  Frauenrechtlerin Olympe de Gouges, Verfasserin der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791. Sie befand, wenn sie das Recht hätte, auf der Guillotine hingerichtet zu werden, dann habe sie auch das Recht, vor der Nationalversammlung zu reden. Ihr Leben wurde 1793 unter dem Fallbeil beendet.

Ein emotionaler Höhepunkt des Vortrages war sicherlich das Original-Tondokument der Rede Clara Zetkins als Alterspräsidentin auf der konstituierenden Sitzung des Reichstages am 30. August 1930. In ihr beschwor die 73- jährige die Einheit der Arbeiterklasse im Kampf gegen den Faschismus.

Die rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Matinee waren von dem eindrucksvollen und informativen Vortrag begeistert. Vor der Matinee, die um 11.30 Uhr begann, gab es ein Frühstückbuffet, das ebenfalls guten Zuspruch fand.

Alles in allem eine sehr gelungene Frauentags-Veranstaltung der Nürnberger Freidenker.

Marianne Dorschner-Brunner

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Clara Zetkin beim Gründungskongress der 2. Internationalen im Juni 1889:

                                   „Die Länder, in denen das angeblich allgemeine, freie und direkte Wahlrecht

                                   existiert, zeigen uns, wie gering der wirkliche Wert desselben ist. Das

                                   Stimmrecht ohne ökonomische Freiheit ist nicht mehr und nicht weniger als ein

                                  Wechsel, der keinen Kurs hat. Wenn die soziale Emanzipation von den

                                  politischen Rechten abhinge, würde in den Ländern mit allgemeinem

                                  Stimmrecht keine soziale Frage existieren. Die Emanzipation der Frau wie die

                                  des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der

                                  Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein“

 

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