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Vernissage zur Ausstellung „SCHÖNER SO“


Vernissage zur Ausstellung „SCHÖNER SO“

mit Bildern von Klaus Pemsel

„In der werbung wird der schöne schein verkauft. Alles ist glatt und makellos. Aber wenn die zeit ihre zähne in etwas geschlagen hat, wenn die spuren des lebens sichtbar werden, fangen dinge von erlebter geschichte zu erzählen an. Das ist SCHÖNER SO.
Nur der adler vermag direkt in die sonne zu blicken. Sie ist der reine glanz, das reine strahlen. Einen abglanz bietet der mond. Zu dem können auch die menschen aufschauen und sich romantischen vorstellungen hingeben. In seine oberfläche sind rinnen und furchen gekerbt, welche die fantasie anstacheln. Unser trabant ist alt und verstaubt. Unter entsprechendem blickwinkel macht das aber gerade seinen reiz aus.

Mich interessiert auch mehr der staub als der glanz. Die pure reinheit, der strahlenglanz glatter jugend ist das revier der werbung und der modezeitschriften. Dort wird der schöne schein verkauft.

Die aufmerksamkeit verflüchtigt sich schnell. Aber wenn die zeit ihre zähne in etwas geschlagen hat, wenn glück genauso wie leid ihre furchen und risse hinterlassen haben, wenn wir die spuren des lebens vor augen haben, wird die dimension der zeit der sichtbar.

Diese bedingtheit verleiht den dingen einen neuen reiz. Sie fangen an zu erzählen von erlebter
geschichte. Dann zeigt sich darin gut sichtbar ein mehrwert, der sich ästhetisch einfangen lässt – objekte werden schöner so. Sogar hübsche junge damen haben sich früher einen schönheitsfleck ins gesicht gemalt, um interessanter zu erscheinen. Der fleck bewirkt, dass etwas eigenständiger und charaktervoller wirkt. Diesem charakterlichen ausdruck bin ich fotografisch auf der spur. Die zusätzliche aussageebene von kratzern, von rost, von verwitterung stellt einen künstlerischen reiz dar, der nicht inszeniert ist. Das motiv ist immer schon da.
Was zählt, sind die augen, die es entdecken.

An diesem punkt kommt nach meiner anschauung die fotografie zu ihrem recht. Im gegensatz zur bildenden kunst fängt diese abbildende kunst nur ein, was ihr das licht zuträgt. Und wenn die zeit die zähne in die welt schlägt, vibrieren die elemente zwischen beharren und verändern. Die zeit hat adern, die sich auf dem körper der welt abzeichnen. Da suche ich die spontinuität er dinge. Das ist SCHÖNER SO.“
Klaus Pemsel

Freitag, 25.2.2013, 19:30 Uhr

Freidenkerzentrum, Fleischerstr. 3

 


Datum/Zeit
Date(s) - 25.02.2013
19:30

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Veranstaltungsort
Freidenkerzentrum

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