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Vier Jahre politischer Mord


Inge Knoeckel

Vier Jahre politischer Mord

Montag 14. Juni, 19.30 Uhr, Raum A017 Uni-Hauptgeb., Geschw.-Scholl-Pl. 1

Emil Julius Gumbel und seine Schriften zur politischen Justiz

„Die Zahlen beweisen: die deutsche Justiz urteilt von Anfang an parteilich und illoyal gegenüber dem neuen Staat, gegenüber der Republik. Zum Ärger seiner nationalistischen Feinde sind Gumbels Schriften Bestseller – für damalige Zeiten: „Vier Jahre Lüge”, „Zwei Jahre Mord” und „Verschwörer” werden über 10.000 Mal verkauft und der Heidelberger Mathematiker publiziert seine Fakten und Ideen über die Feinde der Republik in weit über 200 Zeitschriften- und Zeitungsartikeln. Mit seiner publizistischen Arbeit traf er auf breites Interesse und den Nerv der Zeit, einer Zeit, in der die Friedensbewegung unter dem Motto ‚Nie wieder Krieg!’ zum Jahrestag des Kriegsbeginns eine halbe Million Menschen auf die Strasse brachte, und andererseits die nationalistische Rechte sich fast jeden zweiten Tag für den verlorenen Krieg und die sog. Schmach von Versailles an Juden, Linken, Sozialdemokraten, den angeblichen Vaterlandsverrätern, durch Mord rächte. Von den spektakulären politischen Morden, wie denen an dem Finanzminister und Versailles-Unterzeichner Matthias Erzberger im August 1921 oder an dem Aussenminister und sog. Erfüllungspolitiker Walter Rathenau im Juni 1922 durch die Freicorps-Organisation Consul wusste jeder, nicht aber von den aberhunderten Ermordeten, meist Linken aus der Arbeiterklasse. Gumbel dokumentiert und veröffentlicht Fall für Fall mit unbestechlicher Genauigkeit.“ (aus einer Schulfunksendung des swr vom 22.5.2000)
Emil Julius Gumbel gehört zu den nach 1945 gründlich ver¬gessenen Antifaschisten. Einstein nannte ihn einen „Apostel der Justiz“, nationalsozialistische Studenten einen „Besudler deutscher Ehre“.
Inge Knoeckel wird uns den Mathematiker, Kriegsfreiwilligen, der sich zum Pazifisten entwickelte, Mitbegründer der deutschen Liga für Menschenrechte, Autor (u.a. der Weltbühne), Berufsverbotsopfer, Mitglied der USPD und der SPD, Mitarbeiter an den MEW in Moskau und vor allem den Antifaschisten und unermüdlichen Antikriegsaktivisten Gumbel vorstellen.
Werke (Auswahl): Zwei Jahre Mord. Mit einem Anhang: Ergebnis des Ausschusses zur Prüfung des Verhaltens der Offiziere während der Märzvorgänge (Kapp-Putsch). 1921, Vier Jahre politischer Mord. 1922, Verschwörer. Beiträge zur Geschichte und Soziologie der deutschen nationalistischen Geheimbünde seit 1918. 1924, Verräter verfallen der Feme. Opfer, Mörder, Richter 1919–1929. 1929

In Kooperation mit:  Gruppe aktiver FachschafterInnen Universität München

 


Datum/Zeit
Date(s) - 14.05.2010
19:30

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