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„New Age als postmodernes Phänomen“


Montag 22. Februar 2010, 19.30 Uhr, Freidenkerzentrum, Fleischerstr. 3

Claudia Barth
„New Age als postmodernes Phänomen“ oder
Warum wenden sich Menschen dieser Art von Religion zu?

Claudia Barth ist vielen ein Begriff durch das Buch „Über alles in der Welt — Esoterik und Leitkultur“, eine Einführung in die Kritik irrationaler Welterklärungen, und durch viele Vorträge über die geschichtlichen Hintergründe, die Ideologie und die Gefahren der Esoterik. Nun hat sie sich in ihrer Dissertation dem Thema einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel genähert: Sie hat praktizierende Esoterik-Gläubige interviewt, um deren Zugang zu dieser Form der Religiosität zu erforschen. Über die Erkenntnisse, die sie dabei gewonnen hat, wird sie uns bei der Veranstaltung berichten.
„Nach langen Jahren der Befassung mit esoterischen Lehren und deren dezidiert anti-emanzipatorischem Gehalt traf ich immer wieder Menschen, welche beteuerten, Esoterik für sich anders zu verstehen und zu leben. Ich ließ mich darauf ein, mir erzählen zu lassen, was für diese Menschen persönlich Esoterik bedeutet. Das Ergebnis (…): Es ging nicht um Erklärungen für weltübergreifende oder gesellschaftliche Probleme, sondern um das persönliche Leben, das nahe Umfeld, Arbeit und Beziehungen der Interviewten.“ (aus der Einleitung der Dissertation von Claudia Barth.
In der anschließenden Diskussion soll die Frage gestellt werden, was das für unsere Arbeit bedeutet. Denn: Die rationale Erklärung, was Esoterik ist, wird bei denjenigen, die in esoterischen Praktiken ihr Heil suchen, nicht viel bewirken. „Meine Feststellung, dass Rezipient_innen esoterischer Angebote immun gegen diese Form der Kritik scheinen und betonen, ein subjektiv völlig anders gestaltetes Interesse und eine in eine andere Richtung weisende Auslegung esoterischer Theorien besäßen, machte deutlich, dass die bisherige Analyse und Kritik dieser neuen Religiosität nicht den Kern dessen erfasste, was Menschen in Esoterik suchen – und damit vermutlich in ihrem bisherigen gesellschaftlichen Leben missen.“ (aus den Ergebnissen der Diss.)


Datum/Zeit
Date(s) - 22.02.2010
14:13

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Veranstaltungsort
Freidenkerzentrum

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