Noch mehr Religionsunterricht an bayerischen Schulen 


Die Beratungen des bayerischen Landtags zur Einführung eines Wahlpflichtfaches Islamischer Unterricht stehen kurz vor dem Abschluss. Bereits im Februar hatte das Kabinett beschlossen, dass es an mehr als 350 Schulen das neue Fach ab dem kommenden Schuljahr geben soll. 

Eingesetzt werden sollen dafür staatliche Lehrerinnen und Lehrer, die über die Befähigung zum Lehramt an öffentlichen Schulen oder eine vergleichbare pädagogische Qualifikation verfügen. Das bayerische Kabinett billigte am 23. Februar 2021 einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG). 

Bei der Ausgestaltung und Entwicklung des Lehrplans mit seinen islamkundlichen Inhalten soll der Wissenschaftliche Beirat des Departments Islamisch-Religiöse Studien der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg eingebunden werden. 

Neben den Schulfächern katholischer oder evangelischer Religionsunterricht und Ethik soll nun das Wahlpflichtfach Islamischer Unterricht gewählt werden können. In Bayern besuchen derzeit etwa 100.000 muslimische Kinder und Jugendliche die Schulen. 

Der Bund für Geistesfreiheit Bayern und die Regionalgruppe München der Giordano-Bruno-Stiftung haben bereits eine Verfassungsklage angekündigt, sollte die Gesetzesvorlage den bayerischen Landtag passieren. Sie kritisieren, dass die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für die Einführung dieses Schulfaches fehlen.  

Der Deutsche Freidenkerverband lehnt jegliche Art von Konfessionsunterricht an den Schulen ab. In den großen Städten gehören heute bereits weniger als die Hälfte der Bevölkerung einer der beiden größten kirchlichen Religionsgemeinschaften an.  Dafür werden an den Universitäten Lehrer ausgebildet. Religion ist Teil der Geschichte und sollte auch an den Schulen auch so behandelt werden. Religiöse Indoktrination der Schüler hat in einer säkularen Gesellschaft an den Schulen nichts mehr verloren. Sie ist Privatsache.

Für die Trennung von Staat und Kirche. 

Für die Trennung von Schule und Religion.

Die nächsten Veranstaltungen:

Richard Dollinger: Über Friedrich Engels – Die Entwicklung des Sozialismus, von der Utopie zur Wissenschaft  – 08.10.2021 – 19:30 – Nürnberg – Villa Leon

von der Utopie zur Wissenschaft“

Vortrag von Richard Dollinger

 

1880 schrieb Karl Marx: „Die Schrift von Friedrich Engels bildet gewissermaßen eine Einführung in den wissenschaftlichen Sozialismus.“ Am Ende des Textes von Engels kann man lesen: „Die Menschen, endlich Herren ihrer eigenen Art der Vergesellschaftung, werden damit zugleich Herren der Natur, Herren ihrer selbst – frei. Diese weltbefreiende Tat durchzuführen, ist der geschichtliche Beruf des modernen Proletariats. Ihre geschichtlichen Bedingungen, und damit ihrer Natur selbst, zu ergründen und so der zur Aktion berufnen, heute unterdrückten Klasse, die Bedingungen der Natur und ihre eignen Aktionen zum Bewußtsein zu bringen, ist die Aufgabe des theoretischen Ausdrucks der proletarischen Bewegung, des wissenschaftlichen Sozialismus.“ (MEW, Bd. 19. S. 228) 

Das liest sich 2020 wie aus einer anderen Welt. Verschwunden scheint die unterdrückte Klasse, die zur Aktion berufene proletarische Bewegung. Was sich einst Arbeiterklasse nannte ist heute fragmentiert und individualisier und die wissenschaftliche Theorie hat sich aufgelöst in eine Unzahl von Theorien, statt Marxismus finden sich Marxismen.

Folgt man der Schrift von Engels, dann ist die Wissenschaft aus der Utopie entstanden. Es darf also die Frage gestellt werden, ob es heute nicht zuvorderst einer neuen Utopie bedarf aus der sich eine Wissenschaft erst wieder entwickeln muss.

Der Vortragende weiß es nicht besser, will aber dennoch dreierlei:

Erstens begründen, warum es sich lohnt in der Hektik und dem Aktivismus der Tagesauseinandersetzung immer wieder auch Marx und Engels im Original zu lesen.

Zweitens Fragen aufwerfen, deren Beantwortung notwendig scheint, will man in den Tageskämpfen eine Perspektive entwickeln.

Drittens entstehen soll ein munteres und aufmunterndes Gespräch über die Perspektiven der Kämpfe unserer Zeit.

 

 

DIE GRENZGÄNGER: Lieder der Revolution von Robert Blum bis heute  – 04.11.2021 – 19:30 – Nürnberg – Villa Leon

 

 

Walter Schmid: Über Friedrich Nietzsche –  Der Antichrist  – 12.11.2021 – 19:30 – Nürnberg – Villa Leon

 

 

FREIDENKER Themenabend  – 10.12.2021 – 19:30 – Nürnberg – Villa Leon

 

 

Alle Veranstaltungen

Freidenkerinnen und Freidenker:

  • sind für eine dogmenfreie, rationale und wissenschaftlich, begründete Weltsicht und -erkenntnis
  • sind für die strikte Trennung, von Staat und Kirchen, sowie von Kirche und Schule,
  • gegen Ausbeutung und Unterdrückung,
  • gegen jede Form der Entfremdung,
  • sind für die völlige Emanzipation des Individuums, gegen Manipulation und Fast Food für den Kopf,
  • für eine freie Gesellschaft gleichberechtigter Menschen.

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