Marx und Engels über das Verhältnis von Mensch und Natur mit Richard Dollinger


Richard Dollinger:

„Marx und Engels über das Verhältnis von Mensch und Natur“

Das Zeitalter indem der Mensch den entscheidenden Einfluss auf Natur und Umwelt hat nennt sich Anthropozän. Es schien lange Zeit eine Epoche der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein. Aber schon 1876 warnt Friedrich Engels: „Schmeicheln wir uns nicht so sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet haben, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andre, unvorhergesehene Wirkungen.“ Mit Goethes Faust notiert Engels: „Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage.“

Heute stehen wir vor einer, den Planeten bedrohenden Umwelt- und Naturkatastrophe. Das biblische Gebot „Macht euch die Erde untertan“ hat unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen erschreckende Folgen gezeitigt. Dagegen hat sich eine breite, durchaus erfolgreiche außerparlamentarische Bewegung entfaltet und auch manche Regierungen dieser Welt, so scheint es, haben die Zeichen der Zeit erkannt und drängen auf einen ökologischen Umbau der Ökonomie.

Der Vortrag beschäftigt sich nicht mit den aktuellen, weitgehend bekannten Folgen der Umweltzerstörung, vielmehr geht es um den grundlegenden Zusammenhang von Mensch und Natur. Schon Hegel wusste: „Die Begierden aus den Gegenständen der Natur Nutzen zu ziehen, ist mit deren Zerstörung verbunden.“ Bei Marx, im 1. Band des Kapitals findet sich: „Je mehr ein Land von der großen Industrie als dem Hintergrund seiner Entwicklung ausgeht, desto rascher der Zerstörungsprozess.“ Marx und Engels haben in ihrem umfassenden Werk nicht nur Beiläufiges zum Zusammenspiel von Mensch und Natur notiert und so will der Vortrag den Beitrag des Marxismus zum Thema erhellen und kritisch reflektieren.


Datum/Zeit
Date(s) - 11.11.2022
19:30

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Veranstaltungsort
Villa Leon